Preisträger 2012.
Preisträger 2011.
Preisträger 2010.
Preisträger 2009.
Preisträger 2008.
Preisträger 2007.
Preisträger 2006.
Preisträger 2005.
Preisträger 2004.
Preisträger 2003.
Preisträger 2002.
Preisträger 2001.
Preisträger 2000.
Preisträger 1999.
Preisträger 1998.
Preisträger 1997.
Preisträger 1996.
Preisträger 1995.
Sonja Biserko | Serbien
Begründung des Vergabebeirates
Sonja Biserko aus Serbien zählt zu den bekanntesten Menschenrechtsaktivisten Serbiens. Sie ist eine der wenigen, die es schon in der Zeit des Milosevic- Regimes wagten, ihre Stimme gegen die Verbrechen zu erheben. Sie ist Präsidentin des “Helsinki Komitees für Menschenrechte in Serbien“ und verschiedenen anderen Nichtregierungsorganisationen für die Durchsetzung der Menschenrechte aktiv. Auf Grund ihres Eintretens für die konsequente Bestrafung der Kriegsverbrecher, gegen nationalistische Bewegungen in Serbien und für die unbedingte Durchsetzung und Einhaltung der Menschenrechte in dieser Region, ist sie immer wieder Verleumdungskampagnen sowie physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt. Frau Biserko beeindruckt als Menschenrechtlerin vor allem durch ihre Zivilcourage und die Tatsache, dass sie ihre Arbeit unter dem enormen Druck und ständiger Angst weiterführt.
Lebenslauf
geboren 1948 in Belgrad
BA in Wirtschaftswissenschaften (Fakultät der Wirtschaftswissenschaften Universität von Belgrad, 1970; diplomatische Richtung)
1974 - 1991 | Beamtin im auswärtigen Dienst, Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten, SRFY (Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien)
1991 | Organisation des ersten Treffens der Gesamtjugoslawischen Opposition in Genf
1992 | Organisation des Projekts „International Tribunal and War Crimes in the Territory of the Former Yugoslawia“ („Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien“) das Projekt wurde zwischen 1992 und 1994 in Belgrad umgesetzt.
1993 | Organisierte die zweite internationale Konferenz zum Thema „Verletzungen der Menschenrechte und Kriegsverbrechertribunal“ in Freiburg, Schweiz (Juli), mit der Unterstützung der Staatlichen Stiftung für Demokratie (NED), Washington D.C.
1994 | Aufbau des Helsinki Komitees für Menschenrechte in Serbien.
Preisträgerin für den Preis für Menschenrechtsarbeit verliehen durch das Anwalts Komitee für Menschenrechte in New York, USA
1999 | Arbeit am Projekt „Facing the Past“ („Der Vergangenheit begegnen“), welches zum Markenzeichen des Helsinki Komitees wurde
2001 | Leitende Wissenschaftlerin am Amerikanischen Institut für Frieden in Washington, DC
2002 | Koordinatorin von verschiedenen Helsinki Komitee Programmen, von welchen „Facing the Past“ („Der Vergangenheit begegnen“) die wichtigste darstellt
2004 | Mitglied des „IHF Board“ (International Helsinki Federation Board: Ausschuss des Internationalen Helsinki Verbunds)
2009 | Stetiges Engagement an diversen Menschenrechtsthemen in Serbien
Sonja Biserko ist Autorin zahlreicher Bücher über Serbien, die sich mit der Vergangenheitsbewältigung und - aufarbeitung beschäftigen. Sie verfasste unter anderem „Serbia in the Orient“ („Serbien im Orient“), „Milosevic vs. Yugoslavia“ und „Srebrenica: From Denial to Acknowledgment“ („Srebrenica: Von der Verleugnung bis zur Anerkennung“). Darüber hinaus arbeitet Sonja Biserko als Gastdozentin an verschiedenen Universitäten und ist zudem Organisatorin und Teilnehmerin zahlreicher Menschenrechtskonferenzen.
Das Helsinki Komitee für Menschenrechte
Das Helsinkier Komitee für Menschenrechte in Serbien (HCHRS) wurde im September 1994 gegründet. Obwohl die grundlegenden und gesetzlichen Menschenrechtsgarantien in Serbien in Übereinstimmung mit den international vereinbarten Standards stehen, ist der gegenwärtige Stand der Menschenrechte dennoch mehr als beunruhigend. Deshalb erscheint das Helsinkier Komitee als eine Berufsorganisation, die an der Förderung der Idee des Rechtsgrundsatzes und des Schutzes der Menschenrechte arbeitet.
Das Helsinkier Komitee für Menschenrechte in Serbien ist ein Vollmitglied der Internationalen Helsinkier Föderation für Menschenrechte (IHF) mit Sitz in Wien, Österreich. Die IHF hat einen beratenden Status bei den Vereinten Nationen und dem Europarat. Die IHF ist eine einmalige Gemeinschaft von Menschenrechts-NGOs in 37 Ländern der Organisation fuer Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), international zusammen arbeitend, beharrend auf der Übereinstimmung mit den Menschenrechtsstandards. Das Netz der Helsinkier Komitees widmet sich der Überwachung aller Formen der Menschenrechtsverletzungen im Gebiet der OSZE, der Mobilisierung des internationalen Drucks zwecks lokaler Veränderungen und die Rolle der Zivilgesellschaft unterstützend beim Schutz von Menschenrechten. Die Website des IHF bietet Zugang zu Nachrichten über Menschenrechte, Presseinformationen und IHF-Statements und ist zugleich auch das Tor zu allen Helsinkier Komitees und zusammenarbeitenden Organisationen.
Unter anderem führt das Helsinkier Komitee folgende Projekte durch: Rechtshilfe für Opfer von Menschenrechtsverletzungen; Rückkehr von Flüchtlingen ("I want to go home“ Projekt); nationale Minderheiten; vertrauensbildende Maßnahmen zwischen Albanern und Serben.
Das Helsinkier Komitee veröffentlicht eine Monatszeitschrift (Helsinki Charter) mit einer Auflage von 3000 Exemplaren, die alle Themen abdeckt, an denen es arbeitet. Es ist ein wichtiger Weg der Kommunikation geworden, mit verschiedenen Gruppen der Bevölkerung von Flüchtlingen bis hin zu Minderheiten sowie Personen, die gesetzlichen und anderen Problemen gegenüberstehen, in Kontakt zu treten. Daneben sensibilisiert das HCHRS die einheimische Bevölkerung über Menschenrechtsthemen durch Presseinformationen, Berichte, runde Tische usw. Die Menschenrechtsthemen schließen auch Minderheitenrechte, Flüchtlinge, freie Meinungsäußerung, Diskriminierung auf allen Ebenen, individuelle Menschenrechte, die Unabhängigkeit der Judikative usw. mit ein. Das Komitee hat bis heute nahezu hundert Berichte zu diesen Themen veröffentlicht. Zudem hat es mehrere Bücher über die Redefreiheit, die Bürger- und Studentenproteste, den serbisch-albanischen Dialog, die Kosovo-Krise und das judikative System der Bundesrepublik Jugoslawien veröffentlicht. HCHRS-Veröffentlichungen enthalten zudem Sonderblätter wie Helsinkier Akten, Chroniken und Zeugnisse.

