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31.10.2014 : 12:06 : +0100

Jamaicans for Justice

Jamaicans for Justice (Dr. Carolyn Gomes) | Jamaika

Aus der Begründung des Vergabebeirates

Die Organisation Jamaicans for Justice wurde 1999 als eine unparteiische Bürgeraktionsgruppe ins Leben gerufen. Sie setzen sich unerschrocken für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihrem Land ein. Jamaika ist weltweit der erste Staat, der von dem Menschenrechtsabkommen zurückgetreten ist. Die Organisation verfolgt Fälle der Polizeibrutalität und illegalen Morden und setzt sich für die Rechte der Opfer und deren Familien ein.

Jamaicans for Justice soll mit dem Preis ausgezeichnet werden um:

  • auf die Bedeutung des Kampfes für Menschenrechte aufmerksam zu machen,
  • auf die extreme Polizeigewalt in Jamaika hinzuweisen,
  • die Organisation in ihrer Arbeit zu würdigen und durch breite Öffentlichkeit zu unterstützen.

Die Mitglieder der Organisation sind aufgrund ihrer engagierten Arbeit an Leib und Leben bedroht.

Einer der ersten Fälle, deren sich JFJ annahm, war der Mord an dem 26 Jahre alten geistig behinderten Michael Gayle vom 23. August 1999, der infolge von Verletzungen starb, die ihm durch Schläge der Polizei beigebracht worden waren. Weitere wichtige Fälle waren der Mord an sieben Verdächtigen durch die Polizei im März 2001, die Zwangsverbringung von 32 Obdachlosen aus einem Touristengebiet und Fälle von Prügel und Misshandlungen von Gefängnisinsassen.

JFJ verfolgt aber nicht nur Fälle von Polizeibrutalität und illegalen Morden. Sondern versucht auch, die zivile Gesellschaft zu stärken. Zu diesem Zweck veranstaltet sie wöchentlich öffentliche Versammlungen an denen etwa 500 Menschen teilnehmen, um Fragen der Menschenrechte zu diskutieren. JFJ hat ein Netzwerk lokaler Aktionsgruppen etabliert.

Schwerpunkte der Arbeit von Jamaicans for Justice

  • Erstellen von Berichten, Analysen, gerichtlicher Beschwerden und öffentlichen Erklärungen in Fällen von Menschenrechtsverletzungen
  • Einflussnahme auf die Regierung in Fragen der Korruption, Gerechtigkeit und der Verfassungsreform
  • Beratung und Unterstützung von Familien von Opfern von Polizeigewalt
  • Organisieren von fortbildenden Maßnahmen in Bezug auf Menschenrechte, einschließlich Entwicklung von Stundenplänen für Schulen
  • Organisation von lokalen Aktionsgruppen auf Gemeindeebene
  • Abhalten von wöchentlichen, öffentlichen Versammlungen in Kingston, St. Catherine und Montego Bay, um Menschenrechte zu diskutieren
  • Einbeziehung der Medien: Schreiben von Artikeln in Zeitungen, Teilnahme an Rundfunksendungen

Amnesty international ist besorgt um die Sicherheit der Mitglieder der Organisation JFJ, die gegen Menschenrechtsverletzungen kämpfen, die von der Polizei und dem Militär in Jamaika begangen werden. Wegen ihrer Arbeit sehen sie sich wachsender Bedrohung, einschließlich Todesdrohungen, ausgesetzt. Außerdem ist ihnen das politische Klima in zunehmendem Maße feindlich gesinnt, eine Reihe hoher Staatsbeamter dulden die rauhen Methoden der Polizei und diskreditieren Menschenrechtler als verdächtige Elemente, die sich auf die Seite der Verbrecher stellen. Der Polizeibund bezeichnete JFJ als „verdächtig“ und erklärte, dass er die Aktivitäten der Gruppe streng überwachen werde.