Sie sind hier: Preisträger > Preisträger 1999 > Heike Kammer
DeutschEnglishFrancais
18.5.2012 : 18:35 : +0200

Heike Kammer

Heike Kammer | Deutschland / Mexiko

Aus der Begründung des Vergabebeirates

Frau Heike Kammer, 1960 geboren, setzt sich seit 1980 sehr intensiv dafür ein, dass Menschenrechte gewahrt werden. Als Mitarbeiterin der internationalen Friedensbrigaden begleitet Frau Kammer unter anderem in Guatemala, El Salvador und Mexiko helfend und beratend Menschenrechtsgruppen, zurückkehrende Flüchtlinge, Streikende oder von ihrem angestammten Land vertriebene Bauern. Durch ihre Anwesenheit vor Ort als unparteiische, internationale Beobachterin unterstützt sie gewaltfrei und unbewaffnet deren Aktionen. In der Begründung des von der Ausländerbeauftragten der Stadt, Frau Helena Mühe, eingereichten Vorschlages heißt es unter anderem: "Frau Kammer nimmt dabei in Kauf, dass sie selbst aufgrund ihres vorbildlichen Einsatzes für die Durchsetzung und Wahrung von Menschenrechten und den Schutz von Menschenrechtlern vom Tode bedroht ist. Mit dem Blick auf das nächste Jahrtausend gerichtet, kann die Arbeit internationaler, unabhängiger Gremien, die in Kriegs- und Krisengebieten zum Schutz von Menschenrechten und Menschenrechtsaktivisten agieren, nicht nachdrücklich genug gewürdigt werden."

Lebenslauf

  • Heike Kammer, geboren 1960, ist die älteste von vier Geschwistern.
  • 1966 zog die Familie nach Berlin, wo sie 1967 eingeschult wurde.
  • Da sich die Mutter sehr stark für das Kinderhilfswerk „terre des hommes“ engagierte, gingen auch die Kinder mit Sammelbüchsen auf die Straße. (Die Mutter Erika Kammer ist seit über 30 Jahren bei "terre des hommes" - Deutschland engagiert und ebenfalls oft in Lateinamerika unterwegs um die Projekte zu besuchen.)
  • 1977 begann sie eine Lehre in der Landwirtschaft und zog aus diesem Grunde auf einen Bauernhof in der Nähe von Bremerhafen.
  • 1979 beendete sie die Ausbildung als landwirtschaftliche Gehilfin und besuchte für einige Monate eine Fachoberschule in Osnabrück
  • 1980 fährt sie das erste Mal nach Südamerika (Venezuela)
  • 1985-86 beteiligt sie sich an einem Friedensmarsch durch Lateinamerika; erster Kontakt zu den internationalen Friedensbrigaden - sie schließt sich ihnen an.
  • 1987 - 88 in El Salvador
  • 1989 - 90 und 1994 in Guatemala
  • 1996 - 97 in Kolumbien
  • 1997 - 98 in Deutschland: Vorträge, Seminare; Teilnahme an Friedenaktionen und Veranstaltungen
  • 1998 - 99 dreimonatiger Kurs in „Ausbildung in ziviler Konfliktbearbeitung“
  • 1999 kurzer Aufenthalt in Guatemala
  • Seit März 1999 in Mexico / Chipas

Publikationen

  • „Wann beginnt das Leben"
  • „Mit Guatemala auf Deutschlandreise"
  • Unterwegs im Einsatz für Frieden"

Die Peace Brigades International (PBI) sind seit 1983 tätig.

Die Prinzipien der Arbeit sind: Gewaltfreiheit, Unabhängigkeit, Nichtparteinahme und das Aktivwerden nur auf Anfrage Betroffener. Die Internationalen Friedensbrigaden agieren auf der Grundlage der internationalen Menschenrechtsabkommen und des internationalen humanitären Rechts.

SIPAZ ist eine Koalition aus verschiedenen Nichtregierungsorganisationen in Nordamerika, Lateinamerika und Europa, ist der aktiven Gewaltfreiheit verpflichtet und ist auf Einladung von Kirchen und verschiedenen Menschenrechtsgruppen als Vermittler im Konflikt tätig.

SIPAZ verfasst und veröffentlicht unabhängige Analysen und Nachrichten über den Konflikt und den Friedensprozess. SIPAZ bietet sich als Beobachter und Zeuge von Geschehen sowie als Begleitschutz von Menschenrechtlern an. Die Organisation bietet Foren für Diskussion und Reflektion mit dem Ziel der gewaltfreien Konfliktlösung.